Die elektrische Verteilung ist der zentrale Punkt jeder Installation — sie beherbergt alle Schutzgeräte und verteilt die Stromkreise im gesamten Gebäude. Die richtige Wahl des Verteilers beeinflusst Sicherheit, Wartungsfreundlichkeit und zukünftige Erweiterbarkeit.
Typen von Verteilungen
Drei Hauptbauformen sind auf dem Markt erhältlich:
- Aufputzverteiler — auf der Wandoberfläche montiert, einfach zu installieren, ideal für Garagen, Keller und Nebengebäude,
- Unterputzverteiler — in die Wand eingelassen, ästhetisch ansprechend, Standardwahl im Wohnungsneubau,
- Standverteilerschränke — Gehäuse mit großer Kapazität (über 120 Module), eingesetzt in Gewerbe- und Industriegebäuden.
Wie viele Module brauchen Sie?
Ein Modul entspricht einer Breite von 17,5 mm auf der DIN-Schiene. Typischer Bedarf:
- 2-Zimmer-Wohnung: 24–36 Module,
- Einfamilienhaus: 48–72 Module,
- Haus mit PV, Wärmepumpe und EV-Ladestation: 72–96 Module.
Faustregel: Planen Sie immer 30 % Reserve für zukünftige Stromkreise ein. Einen neuen Stromkreis in einen vollen Verteiler einzubauen bedeutet einen teuren Gehäuseaustausch.
Hersteller und Qualität
Bewährte Marken für Modulgeräte:
- Hager — Serie Golf (Wohnbau), Volta (Industrie), hochwertige Schienen und Klemmen,
- Schneider Electric — Pragma-, Kaedra-Serie; umfassende Prisma-Verteilungssysteme,
- Legrand — Nedbox-, Plexo-Serie; ausgezeichnete IP65-Aufputzlösungen,
- ABB — Mistral-, AT/U-Serie; robuste Geräte mit breiter Verfügbarkeit.
Was sollte in der Verteilung sein?
Eine ordnungsgemäß ausgestattete Hausverteilung enthält:
- Hauptschalter (Lasttrennschalter) — ermöglicht die Abschaltung der gesamten Installation,
- Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD/FI) — mindestens zwei, 30 mA, Typ A,
- Leitungsschutzschalter (MCB/LS) — einer pro Stromkreis,
- Überspannungsschutzgerät (SPD) — Klasse T1+T2 mit vorgeschalteter Sicherung,
- PE- und N-Schienen — getrennte Schienen mit ausreichender Klemmenanzahl.
Montage und Beschriftung
Jeder Stromkreis sollte in einem Schaltplan dokumentiert werden, der in der Verteilertür angebracht wird. Die interne Verdrahtung wird in Kabelkanälen geführt, und die Verbindungen werden mit Phasenschienen (Kammschienen) statt mit Drahtbrücken hergestellt. Diese Vorgehensweise ist übersichtlich, sicher und erleichtert die zukünftige Diagnose.