Eine fachgerecht abgesicherte Elektroinstallation ist die Grundlage der Sicherheit in jedem Haus. Selbst die beste Ausrüstung hilft nicht, wenn die Schutzgeräte falsch ausgewählt sind oder die Erdung fehlt. Im Folgenden besprechen wir die wichtigsten Schutzelemente.
Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD / FI-Schutzschalter)
Ein FI-Schutzschalter erkennt die Differenz zwischen den Strömen im Außenleiter und im Neutralleiter. Überschreitet diese den Nennwert (typischerweise 30 mA für den Personenschutz), schaltet das Gerät die Versorgung in weniger als 40 ms ab.
- Typ AC — reagiert auf sinusförmigen Wechselstrom,
- Typ A — reagiert zusätzlich auf pulsierenden Gleichstrom (erforderlich bei PV-Wechselrichtern, EV-Ladestationen),
- Typ B — erkennt auch glatten Gleichstrom; wird in speziellen Industrieanwendungen eingesetzt.
In einer Hausverteilung sollten mindestens zwei FI-Schutzschalter mit 30 mA vorhanden sein — jeweils einer für Beleuchtungs- und Steckdosenstromkreise.
Überspannungsschutzgeräte (SPD)
Atmosphärische und Schaltüberspannungen können mehrere Kilovolt erreichen. Ableiter der Klasse T1+T2 (ehemals B+C) werden am Eingang der Hauptverteilung montiert. Für empfindliche Stromkreise (IT, Hausautomation) wird eine zusätzliche Stufe T2+T3 empfohlen.
- Das SPD muss an eine funktionsfähige Erdung mit einem Widerstand ≤ 10 Ω angeschlossen sein,
- Eine vorgeschaltete Sicherung ist erforderlich — üblicherweise gG 125 A für T1+T2.
Erdung und Potentialausgleich
Das TN-S-Erdungssystem ist Standard im Neubau. Der Schutzleiter PE muss ab der Verteilung getrennt vom Neutralleiter N geführt werden. Der Hauptpotentialausgleich verbindet die PE-Schiene mit:
- metallischen Wasserleitungen,
- Gasleitungen,
- Fundamentbewehrung (Fundamenterder),
- metallischen Konstruktionsteilen des Gebäudes.
Der Erdungswiderstand sollte unter 10 Ω liegen, und die Messungen werden alle 5 Jahre durchgeführt.
Leitungsschutzschalter (MCB / LS-Schalter)
LS-Schalter schützen Leitungen vor Überlast und Kurzschluss. Die Auswahl hängt vom Leitungsquerschnitt ab:
- 1,5 mm² Leitung → LS B10 oder B16 (Beleuchtungsstromkreise),
- 2,5 mm² Leitung → LS B16 oder B20 (Steckdosenstromkreise),
- 4,0 mm² Leitung → LS B25 (Herd, Warmwasserbereiter).
Charakteristik B löst bei 3–5× Nennstrom aus und eignet sich für Wohninstallationen. Charakteristik C (5–10×) wird bei Verbrauchern mit hohem Einschaltstrom verwendet.
Schutzklassen und IP-Schutzarten
Geräte in der Verteilung sollten mindestens die Schutzart IP30 (Innenbereich) oder IP65 (Außenbereich) aufweisen. Steckdosen im Badezimmer — Zone 2 — erfordern mindestens IP44 und müssen über einen 30-mA-FI-Schutzschalter versorgt werden. Die richtige Wahl der IP-Schutzart verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit und Staub und ist entscheidend für die Langlebigkeit der Geräte.